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Urlaub am Meer

Als Ort der Erholung ist das Meer gefragter denn je. Fast jeder fährt im Urlaub gerne ans Meer, wenn die Wellen nicht direkt vor seiner Haustür beginnen. Viele Deutsche reisen gerne ans Mittelmeer, an die Ost- oder Nordsee. Die Meeresstrände sind Refugien der Sehnsucht, die letzten Rettungsanker in einer Welt, die immer mehr aus den Fugen zu geraten scheint. Es gibt kaum einen Mann oder eine Frau, die nicht beim beruhigenden Geräusch der Brandung, beim Gedanken einer Strandwanderung mit nackten Füßen im Sand, ins Träumen geraten. Woher stammt diese große Kraft der Anziehung des Meeres auf den Menschen? Auf diese Frage antwortet Dr. Nina Hinrichs von der Universität Paderborn wie folgt: „In gewisser Hinsicht speist sie sich aus Widersprüchlichkeit. Wir assoziieren das Meer gleichermaßen mit Ruhe und Energie, Sehnsucht und Aufbruch, Schönheit und Schrecken, Urgewalt und Harmonie.“ Die Kunsthistorikerin forscht über Darstellungen des Meeres in der Kunst und hat auch selbst eine ausgeprägte Beziehung zum Meer.

Das Meer steht für Freiheit und Unendlichkeit

Nina Hinrichs schwärmt: „Für mich steht es für Freiheit und Unendlichkeit und ist ein Kontrast zur Enge des täglichen Eingebundenseins.“ Die Kunsthistorikerin glaubt, dass sich vom Meer deswegen so viele Künstler inspirieren ließen, weil es von einem steten Wandel begleitet ist – bedingt durch Wetter und Licht, Wasser und Wind. Doch auch neben der Kunstwissenschaft erforschen Wissenschaftler die geradezu magische Kraft der Anziehung des Meeres. Sie wollen herausfinden, ob es die Menschen wirklich glücklich und gesund macht.

Der Psychologe Florian Schmid-Höhne glaubt fest daran. Deshalb hat er seine Coachings für Menschen, die vom Stress geplagt und vom Burn-out bedroht sind, ans Meer umgesiedelt: „Die enge Seminarraum-Atmosphäre hat mich immer gestört. Ich habe mich nach einer Umgebung gesehnt, die meine Arbeit besser unterstützt. Die Idee zur Verlegung hatte er, als er die Wirkung des Meeres auf die Psyche des Menschen untersuchte. Dafür analysierte er 44 Geschichten, in denen Menschen ihr persönliches Verhältnis zum Meer schilderten.

Das Meer lindert viele Leiden

Er kam zu folgendem Resultat: In der Nähe des Meers nehmen viele Menschen ihr eigenes Selbst viel deutlicher wahr, können einfacher ihre Wüsche ergründen und gelöster über ihre Gedanken und Pläne sprechen. Das Meer dient ihnen gleichermaßen als Quelle der Energie und der Ruhe. Florian Schmid-Höhne erläutert: „Die Fläche des Meeres fungiert als Projektionsfläche für Gefühle und ermöglicht eine tiefe Reflexion.“ Blickt ein Mensch auf das Meer hinaus, schaut er praktisch in seine eigene Seele.

Das Meer ist gewissermaßen der Gegenpol zum stressigen Alltag der Menschen, durch das sie neue Kraft schöpfen. Besonders deutlich wird der Unterschied zum Leben in den Städten und Metropolen. Das Meer weckt Empfindungen und regt alle Sinne an, die bei der Arbeit im Büro oder der Fabrik keine Entfaltungsmöglichkeiten mehr haben. Sein Farbspektrum, zwischen grün und blau angesiedelt, strahlt Ruhe aus und entkrampft, sein Rauschen baut Stress ab und lindert Schmerzen. Das Meer tut aber noch mehr für die Gesundheit der Menschen: Die höhere UV-Strahlung mildert Winterdepressionen, Allergiker profitieren von der staub- und pollenarmen Luft, das Reizklima verbessert das Immunsystem.

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