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Trendsport Bouldern

Die Bezeichnung Bouldern leitet sich von „boulder“, dem englischen Nomen für Felsblock, ab. Es bezeichnet das Klettern ohne Seil, das ursprünglich nur im Freien an Felsblöcken oder Felswänden ausgeführt wurde. Seit den 1970er Jahren zählt Bouldern zu den Disziplinen des Sportkletterns. Mit der Zeit wurde der Bouldersport in Hallen verlegt. Deren Wände bestehen aus Segmenten in unterschiedlichen Neigungswinkeln, an denen künstliche Griffe in variabler Anzahl befestigt sind. Die Griffe werden zumeist aus Kunststoff wie Polyesterharz oder Polyurethan hergestellt, da diese Materialien die beste Bruchfestigkeit aufweisen.
Beim Bouldern werden Griffe verschiedener Größe mit rauen oder glatten Oberflächen kombiniert. Unterschiedliche Farben zeigen den Schwierigkeitsgrad der Route an, die jeweils durch einen Start- und einen Topgriff gekennzeichnet ist. Bei manchen Routen ist auch die genaue Griffabfolge angegeben, die Tritte können dabei meist frei gewählt werden.
Der Unterschied zwischen Bouldern und Klettern liegt in der Höhe der Wand. Da beim Bouldern die Sicherung durch das Seil fehlt, darf die Höhe der Halle maximal 4,5 Meter betragen. Für ein risikofreies Abspringen oder eventuelle Stürze ist der Boden mit dicken Matten ausgelegt. Klettern ist aufgrund der Seilführung nur senkrecht möglich, während Boulderrouten auch waagrecht in einer Parallele zum Boden gelegt werden können.

Der Effekt des Boulderns

Der Bouldersport hat keine Altersbegrenzung, auch Kindergartenkinder können ihn unter Aufsicht eines Angehörigen oder Lehrers bereits ausüben. Kinder haben oft den Vorteil, weniger Angst vor der Höhe zu haben und sind demnach weniger zurückhaltend als manche Erwachsene.
Zwischen Männern und Frauen gibt es beim Bouldern kaum Unterschiede, allerdings bauen Männer generell leichter Muskeln auf. Vor allem die Schulter- und Rückenmuskulatur, aber auch die langen und kurzen Fingerstrecker werden beim Bouldern besonders gefordert. Auch Rücken- und Bauchmuskeln werden gestärkt, da sich der Körper in der Wand und vor allem im Überhang stabil halten muss. Bouldern fordert auch die Beine, denn mit der richtigen Technik unterstützen sie die Fortbewegung nach oben enorm. In der Regel zeichnen sich Bouldersportler durch eine gut ausgeprägte Muskulatur bei gleichzeitig niedrigem Körperfettanteil aus.
Bouldern ist eine relativ schnell zu erlernende Sportart. Für Anfänger empfiehlt sich allerdings, in Begleitung eines Fortgeschrittenen zu bouldern oder einen Kurs zu besuchen. Sobald die grundlegenden Techniken erlernt sind, kommt es hauptsächlich auf die Übung an.
Profimäßiges Bouldern ist aufgrund der fließenden Bewegungen eine Sportart mit hohem ästhetischem Charakter. Der durch die dynamischen Abläufe entstehende „Flow“ des Sportlers ist auch nach außen sichtbar, was das Zusehen äußerst interessant macht. Darüber hinaus kann das Klettern ohne Seil in vier Metern Höhe unglaublich mutig wirken.

Die passende Ausrüstung

Bouldern ist eine Sportart, die relativ wenig Equipment benötigt. Dennoch dürfen in der Halle ein paar grundlegende Dinge nicht fehlen:

Schuhe: die Schuhe sind beim Bouldern das A und O. Anfänger müssen sich oft erst daran gewöhnen, da Boulderschuhe sehr klein geschnitten sind und den Fuß im Vergleich zu anderen Sportschuhen stark komprimieren. Dies ist für ein genaues Aufsetzen und ausreichenden Halt auf den Tritten erforderlich.

Kleidung: hierbei gibt vor allem die Bewegungsfreiheit Ausschlag, ansonsten ist beim Bouldern keine spezielle Kleidung erforderlich. Allerdings sollten Hose und Top nicht zu weit geschnitten sein, um ein Hängenbleiben an den Griffen zu vermeiden.

Magnesium: magnesium ist ein effektives Mittel gegen schweißnasse Hände und reduziert das Abrutschen an den Griffen. Manche Boulderhallen verbieten allerdings die Verwendung, da Magnesium die Griffe beschädigen und eine umfangreiche Reinigung nach sich ziehen kann. In diesem Fall kann ein Magnesiumersatz mit gleicher Wirkung, aber weniger Schaden für das Material verwendet werden.

Flüssigkeit: da Bouldern eine schweißtreibende Sportart ist, sollten Wasser oder isotonische Sportgetränke in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Sportlernahrung: vor allem bei längeren Aufenthalten in der Boulderhalle verhindern kleine Zwischenmahlzeiten wie Obst, Nüsse oder Müsliriegel einen Kraftverlust durch niedrigen Blutzucker und sorgen für neue Energie.

Risikofaktoren

Bouldern ist in der Regel kein gefährlicher Sport, trotzdem können Gefahren und Risiken nicht ausgeschlossen werden. Die Matte schützt beim Abspringen oder Hinunterfallen, allerdings besteht ein Verletzungsrisiko durch falsches Aufkommen. Die Griffe unterliegen zwar einer engmaschigen Kontrolle, können sich aber dennoch lockern. Die Folge ist möglicherweise ein Absturz, wenn der lockere Griff nicht als solcher gekennzeichnet ist. Abgebrochene, herabfallende Griffe stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Diese sind zwar möglich, in der Praxis aber äußerst selten.

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