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Movember oder warum sich Männer Schurrbärte Wachsen lassen

Movember behandelt ein Tabuthema. Es geht um Männergesundheit beziehungsweise darum Spenden gegen typische Männerkrankheiten wie Prostata- und Hodenkrebs zu sammeln. Und jeder kann ganz einfach mitmachen und so dazu beitragen, dass diese üblen Krankheiten besiegt werden. Das schließt auch Kampagnen für die Vorsorgeuntersuchen mit ein. Das Ganze soll die Bevölkerung wach rütteln ähnlich wie bei der Ice Bucket Challenge für ALS oder Antibrustkrebsaktionen.

Bei Movember handelt es sich um ein Kunstwort, das sich aus den Wörtern moustache (das australische Wort für Schnurrbart) und November zusammensetzt. Movember ist eine Stiftung, die Spenden sammelt und an nationale Forschungseinrichtungen weiterleitet, die sich mit dem Thema Männergesundheit befassen.

Denn während sich viele Organisationen und Institute mit der Frauengesundheit befassen und forschen, kommen die Männer ein bisschen kurz. Und längst ist noch nicht alles in Bezug auf die typischen Männerkrankheiten wie Prostatakrebs oder Hodenkrebs erforscht. In Australien liegt die Prostatakrebsrate weltweit gesehen mit am Höchsten und bei der Mortalität im Mittelfeld. Grund dafür: Das Gesundheitssystem in Australien ist schwächer als das in Deutschland und vielen anderen Staaten der EU. Die Idee hinter Movember ist die, dass das Thema Krebs bzw. Prostatakrebs neue Aufmerksamkeit erhält und dadurch Aufklärungsarbeit betrieben wird. Die meisten Todesfälle resultieren aus falscher Scham oder purer Unwissenheit. Aufklärungsarbeit und Spenden sammeln, das ist aber nicht nur die Aufgabe der bereits aufgeklärten Männer – der sogenannten Mo Bros. Vielmehr unterstützen auch Frauen – als Mo Sistas – die Bartträger. Das Motto der Initiatoren und Unterstützer ist:

„Real men growing real moustaches. Talking about real issues.“ – Echte Männer lassen sich echte Bärte wachsen und sprechen über echte Probleme.

Krebs wird oft spät erkannt

Risiken und Warnsignale gibt es bei Hoden- und Prostatakrebs viele. Das Problem ist, dass die Symptome, die auf Prostatakrebs hindeuten recht unspezifisch sind. Das heißt diese Symptome können durchaus auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Zu den möglichen Symptomen zählen dabei Schmerzen beim Wasserlassen, Schmerzen beim Samenerguss, Schwierigkeiten beim Wasserlassen durch abgeschwächten Harnstrahl und Blut im Urin bzw. der Samenflüssigkeit, Erektionsprobleme und Stuhlgangprobleme, aber auch Rückenschmerzen im Bereich der Steißbein- oder Lendenwirbel. Diese Symptome sollte der Mann ernst nehmen. Doch der Weg zum Urologen ist häufig von großer Hemmnis geprägt. Doch letztlich kann nur durch eine urologische Untersuchung Prostatakrebs als Ursache der Symptome bzw. Beschwerden ausgeschlossen werden. Der Grundstein für eine möglichst frühe Diagnose und erfolgreiche Behandlung von Prostatakrebs wird durch den PSA-Test gelegt. Diese Früherkennungsuntersuchung wurde in vielen Studien erforscht. Der Test ist auch in der Lage Prostatakrebs zu erkennen, wenn noch gar keine Symptome aufgetreten sind. Movember ist dabei eine Kampagne, die insbesondere über die Erfolge des PSA-Tests aufklärt.

Was steckt hinter Movember?

Gerade bei Erektionsproblemen schweigen die meisten Männer und wollen am liebsten über dieses Thema hinweg gehen. Movember aber soll die Männer ermutigen zum Arzt zu gehen und sich untersuchen zu lassen, wenn Sie an einem der Symptome leiden oder den PSA-Test einfach nur als Vorsorgeuntersuchung durchführen. Wie auch in Deutschland wird diese Vorsorgeuntersuchung nicht von der Krankenkasse bezahlt. Doch die Aktion Movember soll das Bewusstsein für Prostata- und Hodenkrebs im Gespräch halten und Spenden für engagierte Stiftungen einbringen. Und so macht man mit: Man registriert sich vor dem 1. November auf der Webseite von „Movember“. Jeder Registrierte beginnt dann am 1. November glattrasiert. Bis zum Ende des Monats November sollte dann ein Schnurrbart wachsen. Derjenige, der seinen Bart stehen lässt ist sozusagen ein Botschafter und Freunde, die Familie und Bekannte spenden in seinem Namen Geld an Movember. Viele Teilnehmer der Aktion bilden auch Teams. Möglich ist dies unter Freunden oder auch innerhalb von Unternehmen. So ist es möglich auf spielerische Weise im Rahmen der Aktion in einen Wettstreit zu treten um die höchste gespendete Summe.

Schnurrbarttypen – Schnurrbart ist nicht gleich Schnurrbart

Jeder Typ Mann ist anders und jeder Bart wächst anders. Es sind beim Movember verschiedene Bartformen zulässig. Hier eine Auswahl:

  • FU MANCHU-BART
    Hier handelt es sich um einen Klassiker unter den Schnurrbärten. Dieser verläuft bleistiftartig von der Oberlippe an beiden Seiten des Gesichts herunter. Er endet am Kiefer oder etwas weiter unten und ist buschig und breiter und bildet häufig die Form von einem Hufeisen.
  • Clark-Gable-Bart oder Bleistiftschnurrbart
    Auch ein Klassiker, wie ihn eben der US-Schauspieler Clark Gable einst in den 1930er und 1940er Jahren trug. Es handelt sich hier um einen sehr schmalen und dünnen Schnurrbart – mit einem kleinen Abstand zur Oberlippe, leicht von der Mitte aus nach unten geschwungen.
  • Dali
    Der Dali Bart – bekannt geworden durch den Maler Salvador Dali (1904 – 1989) – ist ein halbhoher oder schmaler Schnurrbart, der direkt über der Oberlippe ansetzt. Markant sind die langen, dünnen, zu den Seiten hochgedrehten bzw. gerade aufgestellten Enden.
  • Chaplinbart (Fliege bzw. Hitlerbart)
    Der Chaplinbart hat viele Synonyme, wobei er einst Zweifingerbart hieß. Denn mehr steht oberhalb der Oberlippe auch nicht.
  • Slawenhaken
    Die Form des Schnurrbarts ist vor allem in Ungarn früher verbreitet gewesen. Rocker und Biker tragen ihn gerne. Es handelt sich hier um einen extrem buschigen Schnurrbart, wobei die Bartenden über die Mundwinkel hinaus meist bis zum Kinn reichen.
  • Schnauzer oder Wallrossbart
    Der dicke Wallrossbart oder Schnauzer ist besonders buschig und erstreckt sich über die gesamte Oberlippe. An den Mundwinkeln hängt das Barthaar nach unten.
  • Kaiser-Wilhelm- oder Zwirbelbart
    Der Zwirbelbart war das Markenzeichen des von 1859 bis 1918 regierenden Kaisers Wilhelm II. Es handelt sich hier um einen kräftigen Bartwuchs zwischen Nase und Mund, wobei die Barthaare nach links und rechts gekämmt und an den Enden nach oben hin gezwirbelt werden.
  • Selleck
    In den 1980er Jahren wurde der Selleck – benannt nach dem US-Schauspieler Tom Selleck – weltbekannt. Es handelt sich hier um den wohl klassischsten Bart, der bei Movember versucht wird wachsen zu lassen.
  • Englische Bart / Imperial
    Der Schnurrbart in englischen Stil verfügt über kleine Locken. Getragen wurde dieser im 19. Jahrhundert vor allem von den englischen Aristokraten.

Rolle der Frauen Mo sistas

Die Rolle der Frauen als Mo sistas im Rahmen von Movember darf man nicht unterschätzen. Denn sie sind es schließlich, die den Bart beim Mann einen ganzen Monat auch akzeptieren und tolerieren müssen. Doch gerade die Frauen sind es meist, die dafür sorgen, dass ihre Männer, wenn sich die ersten möglichen Symptome zeigen, sie die treibende Kraft sind, die dafür sorgen, dass ein Arzt aufgesucht wird.

Movember Move oder Veranstaltung

Es gibt in den teilnehmenden Ländern verschiedene Möglichkeiten, wie Spenden gesammelt werden. Viele der Teilnehmer organisieren einen sogenannten Move. Sinn und Zweck ist es Aufmerksamkeit zu erregen und Spenden zu sammeln. Der Move ist die Herausforderung des einzelnen, um aktiv Spenden für die Kampagne zu sammeln.

Movember Foundation

Bei der Movember Foundation handelt es sich um die Stiftung, an die die Spenden gehen.

Fazit

Movember ist eine Aktion, bei der auf Hoden- und Prostatakrebs aufmerksam gemacht werden soll. Denn noch immer schämen sich viele Männer zum Arzt zu gehen, wenn sie zum Beispiel unter Erektionsstörungen leiden. Movember will aufrütteln und vor allem darauf aufmerksam machen, dass es dieses Leiden überhaupt gibt und das trotz guter Forschung noch immer viele Männer viel zu jung an Prostatakrebs sterben.

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