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Digitalisierung – Revolution der Arbeitswelt

Die Digitalisierung ist die Revolution der modernen Arbeitswelt. Aber nicht jeder Arbeitnehmer will mehr Verantwortung und Freiheit übernehmen, auch darauf müssen sich Unternehmen einstellen. Man ist zwar von der Flexibilisierung angetan, aber genauso häufig ist mehr Eigenverantwortung am Arbeitsplatz gar nicht erwünscht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) und des sozialen Netzwerks Xing. Die Folgen der Digitalisierung, die mit ihren unterschiedlichen Facetten die Veränderungen in der Arbeitswelt vorantreibt, sind gravierend. Dazu zählen auch ein wachsender Druck an Qualifikationsmaßnahmen teilzunehmen und die zunehmende Abwälzung unternehmerischer Risiken auf die Angestellten. Hilmar Schneider, der Leiter des IZA, stellt fest: „Dadurch entstehen sowohl Chancen durch mehr Entscheidungsspielräume als auch Gefahren durch Überforderung.“ Für die Studie, die den Titel „Arbeiten in Deutschland“ trägt, wurden mehr als 8.000 Angestellte befragt.

Viele Angestellte haben große Freiheiten in ihrem Job

Hilmar Schneider erklärt bei der Vorstellung in Berlin: „Die Studie hat ein hohes Maß an individuellen Freiräumen bei den abhängig Beschäftigten gezeigt.“ So hätten 21 Prozent der Mitarbeiter keine festen Arbeitszeiten und 32 Prozent können zumindest von unterwegs oder im Büro zuhause arbeiten. Ein hohes Maß an Verantwortung tragen nach eigener Einschätzung 72 Prozent der Angestellten, und 60 Prozent können den Ablauf ihrer Tätigkeit weitgehend selbst bestimmen. Hilmar Schneider betont: „Wer mehr zeitliche und räumliche Flexibilität, mehr Verantwortung und mehr Autonomie hat, ist im Durchschnitt auch zufriedener mit dem Job.“

Die Arbeitswelt der modernen Gesellschaften kommt also den Bedürfnissen vieler Menschen entgegen. Dennoch bleibt ein nicht zu vernachlässigender Anteil von Angestellten, die feste Vorgaben und Strukturen in ihrer Arbeit bevorzugen und sich vor Selbstverantwortung eher überfordert oder sogar überfordert fühlen. Ein weiteres Ergebnis der Studie belegt, dass mehr Freiräume nicht dem Naturelle aller Menschen entsprechen, was sich auf die Zufriedenheit am Arbeitsplatz auswirkt.

Fachkräfte sind Karriereplaner

Eine Umfrage der Jobportale Stepstone und Kienbaum hat ergeben, dass viele Beschäftigte sich mit der Digitalisierung schwer tun. Des Weiteren gilt: Vier von fünf Angestellten in Deutschland wünschen sich demnach zwar in ihrer Firma flache Hierarchien. Zugleich wollen sie aber auf klare Anweisungen nicht verzichten. 75 Prozent der 12.000 Befragten meinen, dass die Struktur des Unternehmens wichtig für ihre generelle Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist. Sebastian Dettmers, der Chef von Stepstone, erläutert: „Fachkräfte sind heute echte Karriereplaner.“

Sebastian Dettmers fährt fort: „Es geht nicht mehr nur darum, ob sie die richtigen Fähigkeiten für eine Stelle mitbringen. Sie wollen auch wissen, ob die Arbeitsweise und die Führungskultur in einem Unternehmen zu ihnen passen.“ Auch die allermeisten Führungskräfte sind davon überzeugt, dass die Führungskultur eine wichtige Rolle bei der Bindung der Angestellten an das Unternehmen spielt. In einer anderen Studie der Personalberatung Odgers Berndtson, an der circa 2.100 Führungskräfte teilnahmen, kritisierten rund zwei Drittel der Chefs, dass die persönliche Kommunikation durch die Digitalisierung stark an Bedeutung verloren hat.

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