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Die Top Ten der Kampfsportarten

Nicht erst seit die Ultimate Fighting Championship regelmäßig überall auf der Welt Arenen mit tausenden von Kampfsportfans füllt, ist Martial Arts ein weltweites Phänomen. Die Faszination für das Training von unterschiedlichen Kampfsystemen ist in allen unterschiedlichen Kulturkreisen so alt wie die Menschheit selbst. So hat sich im Laufe der Zeit eine große Bandbreite an unterschiedlichen Stilen und Systemen etabliert, sei es als Wettkampfsport, als Selbstverteidigungssystem oder mit einem sehr großem spirituell-meditativen Anteil. Hier nun eine Liste der Top Ten der Martial Arts Systeme weltweit.

10. Taekwondo – der Kampfstil Koreas

Das Wort Taekwondo setzt sich aus den koreanischen Begriffen Fußtechnik (Tae), Handtechnik (Kwon) und Weg (Do) zusammen und wurde als System von koreanischen Soldaten, die während des zweiten Weltkrieges in Japan Karate erlernt hatten und die Elemente mit den klassischen koreanischen Stilen Taekgyon und Gungsul vermischten.

Markenzeichen des Taekwondo-Stils sind spektakuläre Tritte auf Kopfhöhe, doch der Stil umfasst, ähnlich dem japanischen Karate, auch Handtechniken. Taekwondo liegt ein strenges Ethiksystem zu Grunde, die in den sogenannten „Grundsätzen des Taekwondo“ festgehalten wurden. So schwört der Schüler beispielsweise, Taekwondo nie zu missbrauchen und zur Schaffung einer friedlicheren Welt einzusetzen.

9. Judo – Traditionelle Techniken aus Japan

Judo ist eine traditionelle japanische Kampfsportart. Der Begriff setzt sich aus den Worten Ju (sanft bzw.nachgiebig) und Do (der Weg) zusammen.

Der Ursprung von Judo geht in Japan bis in das 8. Jahrhundert zurück, als die Techniken bei Ringkämpfen am kaiserlichen Hof zum ersten mal Anwendung fanden. Später, etwa im 12.Jahrhundert, übernahmen die legendären Samurai-Krieger einige der Technikenund verhalfen Judo somit zu einem deutlich höheren Ansehen.

Im Westen etablierte sich Judo zu Beginn des 20.Jahrhunderts, als eine Delegation aus Japan dem damaligen Deutschen Kaiser Willhelm eine Darbietung in Judo gab. Dieser war so begeistert, dass er einige seiner Soldaten in den Techniken unterweisen lies.

Judo arbeitet in erster Linie an der Perfektion von Fallbewegungen, der Anwendung von Würge- und Hebelgriffen. Eine Renaissance in der öffentlichen Wahrnehmung erlebte die Sportart kürzlich, als der olympische Judoka Ronda Roussey mit Judotechniken die Mixed Martial Arts Wettkämpfe der amerikanischen UFC (Ultimate Fighting Championship) über Jahre hinaus dominierte. Besonders der Armhebel, mit dem sie ihre Kämpfe zu beenden pflegte, waren bei den Gegnern sehr gefürchtet.

8. Ninjutsu- die Kampfkunst der Ninja

Ninjutsu, das wörtlich aus dem Japanischen übersetzt soviel bedeutet wie „Kunst des Erduldens“ ist ein Oberbegriff für die Kampftechniken der Ninja-Krieger Japans.

Streng genommen umfasst der Begriff neben Kampfkunsttechniken, die sich in der Linie aus Würge-, Halte- und Nervengriffen, sowie Hand- und Beintechniken zusammensetzt, auch die Kunst der Informationsbeschaffung und Tarnung.
Die geschichtlichen Ursprünge des Ninjutsu findet man heute kaum noch, da diejenigen, die der Kunst nachgingen, es schon immer verstanden haben, kein großes Aufsehen zu erregen. Man geht heute jedoch davon aus, dass Ninjutsu mindestens 800 Jahre alt ist.

7. Boxen – der westliche Klassiker

Je nach Definition kann man Boxen als die älteste und traditionsreichste Kampfsportart der Welt bezeichnen: Bereits aus Antike gibt es Belege über das Abhalten von Faustkampf-Veranstaltungen. Die Wurzeln des modernen Boxens liegen dagegen im England des 17. Jahrhunderts, als der Herzog von Albemare den ersten schriftlich belegten Boxkampf der Neuzeit veranstalten lies, was schnell Schule machte.

Die Regeln mögen simpel erscheinen, doch brauchen Boxer eine enorme Kondition und Körperbalance und die effektiven Schlagkombinationen, die einen Boxer zu so einem gefährlichen Kontrahenten machen, bedürfen einer ständigen Verfeinerung und konstanten Trainings.

6. Wing Chun – Chinesisches Boxen

Wing Chun (ewiger Frühling) gehört zur Familie der Kung Fu- Stile und nimmt darin eine Sonderrolle ein, da die Gründung auf eine Frau zurückgeht. Die Shaolin Nonne Ng Mui entwarf den Stil als Verteidigungsmöglichkeit für die Frauen im Kloster, da das China des 17. Jahrhunderts für die Nonnen nicht immer einfach war und man sich regelmäßig Übergriffen von feindlichen Truppen gegenüber sah.

Durch Ip Man, der als erster Meister westliche Schüler in der Technik unterwies, kam das System schließlich in die westliche Welt. Heute begeistert es durch seine Effizienz und Anwendbarkeit Millionen Schüler überall auf der ganzen Welt. Wing Chun arbeitet hauptsächlich mit Faust und Trittechniken.

5. Krav Maga – die Kampftechnik der israelischen Armee

Krav Maga, was letztendlich lediglich Kontaktkampf bedeutet, geht auf den in Budapest geborenen Juden Imrich Lichtenfeld zurück. Dieser war ein erfolgreicher Boxer und erhielt von seinem Vater Unterweisung in Jiu-Jitsu Techniken. Er lehrte sein Abwehrsystem den Männern in seiner jüdischen Gemeinde zum Schutz vor antisemitischen Schlägertruppen, die im Europa der damaligen Zeit weit verbreitet waren.

Nach der Staatsgründung Israels wurde Lichtenfeld Nahkampfausbilder der israelischen Armee. Später war maßgebend daran beteiligt, die Techniken für die zivile Selbstverteidigung zu modifzieren.

Krav Maga arbeitet mit einfachen, effizienten Techniken und ist u.a. mit Schlägen in den Kehlkopf- und Genitalbereich nur zur Selbstverteidigung in Extremsituationen nutzbar.

4. Kung Fu – Überbegriff der Kampfsportarten in China

Kung Fu steht im Chinesischen für „durch fortwährende Übung Erreichtes“ und ist als ein Überbegriff für die zahllosen verschiedenen Kampfsportstile im Reich der Mitte zu sehen.

Es ist dementsprechend schwer, Kung Fu einzugrenzen, neben dem bereits vorgestellten Wing Chun Kung Fu gelten zu den bekanntesten Stilen das Tierstil-Kung Fu, das die Bewegungen von Tieren in einen menschlichen Nahkampf übernimmt sowie das Shaolin Kung Fu, welches mit der extremen Körperbeherrschung seiner Praktizierenden weltweit die Menschen begeistert.

Gemeinsam haben alle Stile, dass Kung Fu von seinen Schülern extreme Körperbeherrschung, schnelle Bewegungen und einen wachen Geist erfordern. Die Übung eines Kung Fu Stils ist eine lebenslange Aufgabe.

3. Brazilian Jiu-Jitsu – Samuraitechniken aus Brasilien

Brazilian Jiu Jitsu ist die konsequente Weiterentwicklung der japanischen Kampfkünste Judo und Jiu-Jitsu und geht zurück auf das brasilianische Bruderpaar Carlos und Helio Gracie. Carlos Gracie wurde in klassischem japanischen Judo unterrichtet und ein gefürchteter Wettkämpfer, sein Bruder Helio war eher schwach, so dass er ständig bemüht war, die Techniken soweit zu verfeinern, dass sie auch für Menschen geringerer Körperkraft effizient sein können.

Die nächste Generation der Gracie Familie immigrierte in die USA, wo sie begannen, die Menschen in ihrem Jiu Jitsu Stil zu unterrichten. Schnell machte sich die Effizienz der Techniken auf dem ganzen Kontinent einen Namen. Diese gilt heute als bewiesen, da das Gracie Jiu-Jitsu die Grundlage aller Wettkämpfer bei den gemischten Kampfsportart-Wettbewerben der UFC (Ultimate Fighting Championship) bildet, wo die Effizenz des Stils immer wieder aufs Neue unter Beweis gestellt wird.

2. Muay Thai – knüppelharte Boxtechnik aus Thailand

Muay Thai ist, wie der Name bereits verrät, die Nationalsportart in Thailand und geht auf
die antike Technik des Muay Boran zurück, welche von den kaiserlichen Soldaten verwendet wurde, wenn ihre Speere und Schilde im Kampf unbrauchbar wurden.

Muay Thai zeichnet sich durch knochenhartes Training und, zumindest bei professionellen Kämpfern, die systematische Abtötung von Nervenzellen in Schienbein und Ellenbogenbereich aus. Es werden Faust- und Ellenbogenschläge, sowie Kniestöße und klassische Fußtritte verwendet.

In der westlichen Welt hat sich für Wettkämpfe eher Kickboxen etabliert, was dem Muay Thai ähnlich ist, aber auf die extrem gefährlichen Knie- und Ellenbogentechniken verzichtet.

1. Jeet Kune Do – die Spitze der Kampfkunst

Jeet Kune Do heisst soviel wie „Der Weg der abfangenden Faust“ und hat einen berühmten Vater: Niemand geringeres als die Kampfsportlegende Bruce Lee selbst hat diesen Stil geprägt und ein Standardwerk (Tao of Jeet Kune Do) dazu geschrieben.

Das Prinzip hört sich simpel an, doch ist es wohl der Gipfel der Kampfkunst: „Keine Form zu haben, ist die perfekte Form“. Das bedeutet, dass Lee, der in zahllosen Kampfsportdisziplinen einen Meistergrad erreicht hatte, sich der seiner Meinung nach besten Techniken aus allen Kampfkünsten bediente um ein scheinbar perfektes System zu erschaffen.

Jeet Kune Do verzichtet auf jede Form von traditionellen Bewegungen und verschreibt sich allein der Effizienz im Nahkampf. Um Jeet Kune Do effizent zu trainieren ist somit die sichere Beherrschung mehrerer Kampfkünste nötig, sowie die gedankliche Geschwindigkeit, spontan zu variieren. Dies macht Jeet Kune Do wohl zur anspruchsvollsten Kampfsportart.

Fazit

Es ist egal, um welchen Stil es geht: Das Erlernen und verfeinern von Kampfsporttechniken ist eine lebenslange Aufgabe für den Schüler, aber auch eine wertvolle Selbsterfahrung. Vor- und Nachteile gibt es nicht, jeder Stil ist gut, wenn er nachhaltig trainiert wird.

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